Wer hat das Foto gemacht? Wo ist es aufgenommen worden und was kann man darauf sehen - Alle vorhandenen Angaben zum Titelbild
Diese Seite ist ein Teil von "dein allgäu" - dem Webkatalog, Webportal, Tourismusinformation und Spezialkatalog für Freizeit, Erholung, Wellness, Urlaub und Sport im Allgäu. Der wohl komplexeste Auftritt einer deutschsprachigen Region im WWW. Mit einem Klick gelangen Sie auf die Startseite.
Beobachtungen Berge <> Bahnen Verkehr Natur <> Mensch Worte Wandern

Die Brutbiologie der Hochalpengämse

(Rupicapra rupricapa algoviae)

Die Gelegenheit, Einblick in das Nest der Hochalpengams zu bekommen, hat man nicht alle Tage. Diese Gämsen (von <Gams> alpenländisch) bewohnen in den Bayerischen und Tiroler Alpen ruhige, stille und für den Menschen unzugängliche Felsregionen in großer Höhe. Weibliche und männliche Tiere finden sich im zeitigen Frühjahr zusammen, um für den Nachwuchs zu sorgen. Da es für Gämsen in der Region schwierig ist, Nistmaterial zu finden und zusammen zu tragen, bedienen sie sich einer raffinierten Taktik.

Sie beobachten die zur gleichen Zeit Nester bauenden Adler und Lämmergeier und warten auf eine günstige Gelegenheit, um ihnen das Nistmateral zu stehlen.
Die riesigen Greifvögel sammeln Äste, Zweige und Schafwolle in den Tälern und bringen diese in die Hochalpenregion. Die Gämsen beobachen genau, wann die Vögel den Nistplatz verlassen, um aus großer Höhe nach Beutewild zu suchen. Blitzschnell und gewandt klettern sie zum Nest, um den Greifen das wertvolle Nistmaterial zu entwenden.Das Gämsennest ist schnell fertiggestellt, da die zukünftigen Elterntiere keinen besonderen Wert auf Sorgfalt und Ästhetik legen.

Gemseneier - Bericht über Gelege der Allgäuer Hochalpengams

Die Eier, meist bilden drei davon ein ganzes Gelege, werden nach einer oft monatelangen Befruchtungsperiode, innerhalb von vier Tagen "gelegsetzt". Die Brutzeit dauert in der Regel 20 - 24 Tage.

Das Brutgeschäft überlässt die Geiß voll und ganz dem Bock. Dieser verlässt nur kurze Zeit das Gelege um zu äsen, da die Eier in diesen Höhen (meist über 2000 Meter) zu schnell auskühlen würden. Es ist schon vorgekommen, das man einen fürsorglichen Hochalpengamsbock bis zum Skelett abgemagert und verendet über dem Gelege fand.

Wie Augenzeugen berichteten, hatte die weibliche Gams rund um das Nest und auch in weiterer Umgebung, alles Fressbare abgeäst.

Die frisch geschlüpften Gamskitze tragen bereits kleine, gebogene Krickerl (von <Krickeln, Krucken> alpenländisch für Gehörne des Gamswildes).

Die Hörner sind stark gekrümmt, damit die Jungtiere dem brütenden Vater beim durchstoßen der Eischale nicht in den Bauch stechen. Der sensible, brütende Gamsbock würde auf Grund seiner Bauchverletzung sofort das Gelege verlassen und nicht mehr zur Brut zurück kehren.

Die jungen Hochalpengämse sind Nestflüchter und verlassen bereits am Tag nach dem Schlupf das Nest. Allerdings kommt es vor, dass sie bei stark frostigen Temperaturen zuweilen die Eierschalen aufsuchen, um sich vor eisiger Kälte und starkem Wind zu schützen.

Gemsenei - gerade aus dem Ei geschlüpftes Kitz der Hochalpengemse
Brutgelege der echten Allgäuer  Hochalpengams mit 3 Gamseiern

Die Eltern führen ihre Jungtiere noch etwa 5 Wochen und bereiten sie auf das spätere Leben vor.

Die Hochalpengams ist in ihrem Bestand stark bedroht. Wir hoffen, dass uns diese wunderbare Tierart sozusagen als "Bayerisches Schmankerl" erhalten bleibt.

von Max Kühbandner, Mitarbeiter der zoologischen Staatssammlung München
Die eierlegende Allgäuer Hochgebirgsgemse - Pfronten - eine Echte Gams wurde ausgestopf um dem Publikumt dieses Sensation nicht zu verheimlichen Ein weiteres Exemplar der echten Allgäuer Hochalpengemse wurde am 21.02.17 von Karin Sellmair in der Pfrontner Schmetterlings Erlebniswelt gesehen

Schon in den 20er Jahren, als das Bergsteigen immer mehr in Mode kam und Fotoapperate noch nicht so weit entwickelt waren wie heute, wurden die ersten Gemseneier aus dem Gemsennestern zu Spiegelei und anderen Eierspeisen empfohlen.
Vorstellung von früher, wie Gemsen brüten, sind heute durch wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig wiederlegt worden. Gemseneier als zünftige Brotzeit Gell, da schaust, gibt sie doch, die Gamseier ~1947
Gemsennest gefunden am 30.5.1937 an der Nordostsüdwand vom Gamskogel Familienglück der Hochalpengemsen ~ 1935

Bericht über das Gelege der echten Hochalpengams
Weitere Weblinks zum Thema Gams/Gemse:
- BR Bericht "Wir in Bayern" über die Hochalpengams an der Zugspitze (ab Minute 15:35)
- Sie brütete wieder! Die seltene Kaltenbach Wildgämse ist 2012 wieder zurück!
Salzkammergut Internet und Nachrichten (salzi.tv)

- Hier ein weiterer Bericht darüber von meinbezirk.at
- Der Oich
- Wolpertinger
-
Stockenten
- Gemseneier I, Gemseneier II und Rezepte
   
Startseite
zuletzt geändert: 21/04/2017